Metallica




Die Band:

Gesang, Gitarre (Rhythmus): James Hetfield
Gitarre (Lead): Kirk Hammett (seit 1983)
E-Bass: Robert Trujillo (seit 2003)
Schlagzeug: Lars Ulrich


Biografie:

Mit weltweit über 90 Millionen verkauften Platten sind Metallica zweifelsohne die erfolgreichste Heavy Metal Band aller Zeiten. Allein in den letzten 10 Jahren haben Metallica mehr Platten verkauft als berühmte Pop-Ikonen, wie die Beatles, Madonna, Britney Spears und die Backstreet Boys, und waren zusätzlich, mit mehr als 12 Millionen verkauften Konzerttickets der erfolgreichste Live-Act in Nordamerika. Der Riesenerfolg der Band hat allerdings auch immer wieder kontroverse Meinungen bei Fans und Interessierten hervorgerufen. Metallica sind nicht nur die erfolgreichste und meistgeliebte, sondern auch die umstrittenste und meistgehasste Heavy Metal Band aller Zeiten. Wir berichten Euch in unserer Biografie ausführlich über die turbulente Geschichte der Band.

Man schreibt das Jahr 1981. In England blühte der in den späten 70gern eingeschlafene Heavy Metal unter dem Motto "New Wave of British Heavy Metal" mit neuen Bands wie Iron Maiden, Def Leppard oder Diamand Head neu auf. Während einer dreimonatigen Tour von Diamand Head (Szenehit: Am I Evil?) in Europa wurde die Band von einem jungen Mann als Roady begleitet, der ein besessener Metal-Freak war und einen Ausbruch aus seinem starren Leben, welches durch Opferbereitschaft, Schweiß und Schmerz geprägt war, suchte. Der junge Mann hieß Lars Ulrich war begeisterter Schlagzeuger, talentierter Tennisspieler und NWOBHM-Begeisterter Heavy Metal-Fan, der einfach nur Bock auf Musik hatte.

In seiner Teenagerzeit erbettelte sich der Gute von seiner Großmutter ein Schlagzeug, welches das von den Eltern am meistgehasste Instrument darstellte. Das war 1977 und mitnichten das letzte Großereignis in diesem aufregenden Jahr für den pubertären Ulrich. Seine Eltern siedelten nach Los Angeles, Kalifornien um. Dieser Schritt ist für Lars eine Eintrittskarte in das Paradies gewesen, wo er dem Pfad der Verdammnis folgte, der mit langhaarigen Kids, die Heavy Metal hörten und Pot rauchten, gepflastert war. So war es keinesfalls verwunderlich, dass er schon nach 6 Monaten das Tennisspielen aufgab und sich lieber der Aufmerksamkeit der kalifornischen Mädchen widmete, und mit ihnen in verrauchten Undergroundclubs schäkerte.

Doch widmen wir uns wieder den Erlebnissen von Lars Ulrich auf der Pilgerfahrt in das Mekka des NWOBHM. Wie bereits erwähnt, hing Lars auf dieser Tour mit Diamond Head rum und fand auch einen guten Draht zu den Jungs. Lars gewann einen Einblick in die Kunst des Arrangierens und lernte schnell, dass "Jammen" nicht unbedingt "nur Krach machen" bedeutet, sondern auch produktive und abhörbare Songs hervorbringen kann. Zurück in den Staaten war Ulrich so voller Energie, voller Tatendrang, dass er den Gedanken nicht mehr verlor eine Band zu gründen. Er nahm sich sein Telefon, wählte eine Nummer und am anderen Ende der Leitung meldete sich ein gewisser James Hetfield, den Lars zu vor kennen gelernt hatte.

James Hetfield war ein introvertierter Typ, der bereits in einigen Bands Gitarre gespielt hatte und sich zunehmend auch dem Gesang widmete, da es Gitarristen damals wie Sand am Meer gab. Der frühe Tod seiner Mutter und die strenge Erziehung seiner Eltern, die sich sehr stark an dem glauben einer religiösen Sekte orientierten, haben seine Jugend sehr stark geprägt. James sagte dazu später in einem Interview: "Umso beschissener deine Jugend war, umso besser werden später deine Texte." Recht hat er... James lernte Lars über eine Zeitungsannonce kennen und hatte sich mit ihm bereits zu einigen Jam Sessions getroffen, bevor Lars mit Diamond Head auf Tour ging. Lars war damals ein sehr untalentierter Drummer und James hätte eigentlich nicht gedacht, dass er ihn nochmal wiedersehen würde: "Er hatte so ein abgefucktes Gemco Drumkit oder so, wir haben ihm gesagt 'Ja, wir melden uns', haben ihn aber nie zurück gerufen". Umso überraschter war James, als er nach einiger Zeit, einen aufgeregten Lars Ulrich am anderen Ende der Leitung hatte, der ihm irgendwas von einem Plattenvertrag erzählte.

Ein Plattenvertrag war es nicht ganz, aber Lars hatte es irgendwie geschafft einen Platz auf dem Underground Metal Sampler "Metal Massacre I" zu organisieren. Nun brauchte er nur noch eine Band. Um James zu "ködern" gaukelte er ihm also etwas von einem Plattenvertrag vor. Um mit den Arbeiten am ersten Metallica Album zu beginnen, wurde das erste LineUp durch den farbigen Gitarristen Lloyd Grant und den Bassisten Ron McGovney, komplettiert. McGovney war ein alter Schulkollege und bester Freund von James. James war auch derjenige der ihm das Bassspielen beibrachte. Der erste Song, Hit the Lights, wurde jedoch von Lars und James im Alleingang produziert. Lloyd Grant durfte lediglich ein Solo einspielen und war von Anfang an nur als Interimslösung gedacht. Er wurde später durch Dave Mustaine ersetzt. McGovney wurde mehr oder weniger in die Band aufgenommen, weil er aus einer wohlhabenden Familie kam und die Jungs in ihren Anfängen sponsern konnte.

Nun fehlte eigentlich nur noch ein geeigneter Name für die neu geborene Band. Lars der zuerst Namen wie "Thunderfuck" favorisierte, hatte einen guten Bekannten, der die Absicht verfolgte ein Metal-Magazin zu gründen. Ron Quintana, hieß der gute Mann, stellte sich zu diesem Zwecke eine Liste mit einigen potentiellen Namen zusammen. Er fragte Lars, ob er ihm nicht bei der Suche helfen könne. Lars las die Namen von Rons Liste und stieß dabei auf den Namen "Metallica". Der Name gefiel ihm so gut, dass er ihn bei Ron schlecht redete, damit der diesen auf keinen Fall auswählen würde. Das von Ron Quintana gegründete Metal-Magazin sollte trotz des "Namensdiebstahl" von Ulrich später unter dem Namen "Metal-Mania" berühmt werden und legte somit den Grundstein für die Gründung der aufstrebenden Heavy Metal-Band, METALLICA!

Die Rollen in der neuen Metal Band, die, die Welt noch in Erstaunen versetzten sollte, waren wie folgend verteilt:
Gesang und Rhythmusgitarre, James Hetfield
Leadgitarre, Dave Mustaine
Bassgitarre, Ron McGovney
Schlagzeug, Lars Ulrich

Ein erster Schritt war getan und Lars hatte seinen ersehnten Traum fürs erste erfüllt. Metallica war eine Band, sie hatten ein paar Demos in ihrer Garage aufgenommen und spielten einige Gigs an der Westküste. Mit ihrem ersten eigenen Song auf dem "Metal Massacre" Sampler hatten sie auch schon ihren ersten Erfolg zu verbuchen. Somit war die Geburt von Metallica vollzogen, aber irgendetwas fehlte noch. Genau - das erste Album musste her. Vorerst wollten die Jungs, aber erst mal ihre ersten Konzerte geben...

Es ist der 14.März 1982. In einem wohnzimmergroßen Rock-Club im kalifornischen Anaheim tropft Kondenswasser von der Decke. Kein Wunder, denn auf der Bühne steht eine Band, welche knapp 150 headbangenden Metal-Freaks gehörig einheizt. Die bisher nur vom Hörensagen bekannte Band, dürfte kein Metalhead so schnell vergessen, auch wenn von den Jungs zu diesem Zeitpunkt noch gar keine LP existierte. Lediglich ein in einer Garage "produziertes" Demotape mit dem Titel "No life ´till Leather" machte bereits die Runde und wurde von einigen Freaks vernommen. Auf dem Konzertflyer wird das junge Quartett als "heavieste und schnellste Band der Welt" gepriesen...

Die erste Demo No Life Til Leather wurde langsam aber sicher zum Interesse in der Underground Metal Community, wodurch die Band erste Aufmerksamkeit, in San Francisco und auch außerhalb der Bay Area bekam. In San Francisco lernten Metallica durch Zufall den Bassisten Cliff Burton kennen, welcher Ron McGovney kurze Zeit später ersetzte, da sich dieser nicht richtig weiterentwickelt hatte. Burton spielte damals noch bei einer Band namens Trauma, die sich mit ihrer Demo "Such A Shame" einen Namen machte.

Zur damaligen Zeit war es für eine Metal Band nicht gerade einfach ein Label zu finden, jedoch hatten Metallica den Vorteil, dass sie aufgrund des Tape Tradings schon weltweit eine kleine Fanbase aufbauen konnten. In New York fand eine Kopie von No Life Til Leather seinen Weg zu Jon Zazulas Record Shop. Zazula war derart begeistert von der Demo, dass er die Band sofort in den Osten holte um ein paar Gigs zu spielen und ein Album aufzunehmen. Während den Touren machten sich jedoch Probleme zwischen Dave und den anderen Mitgliedern breit. Dave war nicht mehr kooperativ und stellte sich selbst zu sehr in den Mittelpunkt, was die Band dazu veranlasste, ihn zu feuern. Dave wurde durch den Lead Gitarristen Kirk Hammett von der Band Exodus ersetzt.

Mit Unterstützung von Jon Zazula und in neuer Besetzung, nahmen Metallica dann ihr erstes Album auf, was Ende 1983 bei Megaforce Records erschien. Kill 'Em All, der Titel der ersten Metallica Platte, sollte ursprünglich "Metal Up Your Ass" genannt werden. Aus Vermarktungstechnischen Gründen hatte Metallica's Label aber ein Problem mit dem Titel, was Cliff Burton zu der angepissten Reaktion verleitete: "Kill all the fucking record distributors. Just KILL EM ALL!" So konnte man sich schnell auf einen neuen, kaum weniger anstössigen Titel einigen.

Nach den Studioarbeiten zu Kill Em All spielten Metallica allerhand Konzerte in den USA, bis sie sich dann 1984 in Lars alte Heimat nach Kopenhagen zurückzogen, um den Nachfolger Ride The Lightning einzuspielen. Die Studioarbeiten verliefen eher schleppend und zogen sich ziemlich in die Länge, weil die Jungs ständig dicht waren. Damals machte auch erstmals der Name Alcoholica die Runde. Das ganze gefiel dem Label natürlich garnicht, aber letztendlich konnten alle mit dem Ergebnis zufrieden sein. Ride The Lightning fiel um einiges reifer und melodischer aus und wurde von den Fans durchweg positiv aufgenommen. Lediglich einigen Hardlinern stieß die Platte Übel auf, weil man sich mit der musikalischen Ausrichtung nicht so richtig anfreunden konnte. Diese Reaktionen sollten der Band im Laufe ihrer Karriere allerdings noch öfter und deutlich heftiger entgegenblasen. Besonders die Ballade Fade To Black, die durchaus radiotauglich gewesen wäre, wurde nicht von jedem begrüßt. Der Song wurde damals, durch den Verlust des gesamten Equipments während eines Konzerts in Boston, inspiriert. Ansonsten befasste sich das Album thematisch mit den Werken von H.P. Lovecraft und auch der Film "The Ten Commands" soll die Jungs damals stark fasziniert haben. Kurz nach Veröffentlichung des Albums gelang es der Band einen Vertrag beim Major Label Elektra zu unterzeichnen.


"Messenger of fear insight"

1986 veröffentlichte die Band ihr drittes Album, Master of Puppets und als Support von Ozzy Osbourne konnte man sich ebenfalls einem größeren Publikum vorstellen und erreichte dadurch neue Höhen: Ihr Album stieg bis auf Platz 29 in den US- Charts ein und hielt sich ganze 72 Wochen in den Top 100. Während der Ozzy-Tour gab es jedoch einige Probleme mit James Hetfield. Hetfield der leidenschaftlicher Skateboarder war, verletzte sich bei einem Sturz und konnte nicht mehr Gitarre spielen. Kein Grund für Metallica die Flinte ins Korn zu werfen: Der damalige Roadie, John Marshall, der später Metal Church gründete, übernahm kurzerhand die Gitarrenparts und die Tour konnte weiterlaufen.

Nach der Ozzy Tour zog die Band dann nach Europa und plante dort ein paar Auftritte. Man hatte gehofft, dass James Arm rechtzeitig verheilen würde, doch für die ersten Gigs musste Marschall noch einspringen. Am 26. September 1986 konnte James wieder uneingeschränkt spielen, doch dies sollte auch der letzte Auftritt mit Cliff Burton werden. Am nächsten Morgen geriet der Tourbus der Band außer Kontrolle, überschlug sich und tötete Cliff. (weitere Details zu dem Busunglück gibt es in der Biografie von Cliff) Cliff Burton wurde nur 24 Jahre alt.

Mit dem tragischen Tod von Cliff brach für Metallica eine ungemütliche Zeit an, denn Cliff war nicht nur der Bassist, sondern auch eine Art Lehrer und spiritueller Kopf der Band, der mit seiner klassischen Musik Ausbildung einen großen Einfluss auf Metallicas musikalische Entwicklung hatte. Das allerschlimmste war allerdings der Verlust eines engen Freundes.

Metallica, oder zumindest das was davon übrig geblieben ist, gingen mit der Sache auf ihre Art und Weise um: übermäßiger Alkoholkonsum! James zerstörte 2 Hotel Fenster und schrie die ganze Nacht ununterbrochen, um seiner Wut freien Lauf zu lassen. Kirk und sein Gitarren Techniker John Marshall, konnten in der Nacht kein Auge zukriegen. Der Schmerz saß sehr tief. Am 29. September sind James, Lars und Kirk in die USA zurückgekehrt. Den Schmerz den Cliffs Tod hinterlies, folgte eine große Anteilnahme der Musikpresse. Es wurden viele Todesanzeigen zu der Tragödie geschaltet. Zum Beispiel von den Zazulas ("The Ultimate Musician, The Ultimate Headbanger, The Ultimate Loss, A Friend Forever"), und Anthrax ("Bell-Bottoms Rule!! Laugh it up, We Miss You"), auch "Music For Nations" hatte eine einfache Seite mit: "Cliff Burton 1962 - 1986."


"I've got something to say"

Jason Newsted, ehemals "Flotsam & Jetsam", wurde aus über 40 Bewerbern ausgesucht um bei Metallica die Nachfolge von Cliff Burton anzutreten und den 4-Saiter zu bedienen. Seine Fähigkeiten am Bass und nicht zuletzt an der Flasche überzeugten die Band. Mit dem Glauben, dass Cliff gewollt hätte, dass man jetzt nicht alles hinwirft, gingen Metallica mit ihrem neuen Bassisten an Bord, wieder auf Tour, um den "New Fucker", wie James ihn damals nannte, vorzustellen. Für Jason waren seine ersten Jahre bei Metallica, allerdings keinesfalls lecker Zuckerschlecken. James, Lars und Kirk haben keine Gelegenheit ausgelassen ihm das Leben zur Hölle zu machen. Während die drei sich zu dritt ein Taxi teilten, durfte Jason alleine in einem anderen hinterher pilgern. Derartige Scherze gehörten noch zu der netteren Sorte. Das war die Art wie James und Co. mit dem Tod von Cliff umgegangen sind. Spätestens mit dem Erfolg von "Metallica" konnte sich aber auch Jason als vollwertiges Mitglied bezeichnen.

Neben der Tour mit Jason, veröffentlichten Metallica noch die EP "Garage Days Re-Revisited", welche mit Cover Songs von alten Helden wie Diamond Head, gespickt war. Sie diente ebenfalls der Bekanntmachung von Jason und kam bei den Fans sehr gut an, obwohl sie sehr einfach produziert wurde.


"Waves of fear they pull me under"

Nachdem Jason der Fangemeinde vorgestellt wurde, machte sich die Band an ihr viertes Album, ...And Justice for All, welches im August 1988 veröffentlicht wurde. Es erreichte auf Anhieb Platz 6 in den US- Charts, und erhielt eine Grammy Nominierung für das beste Metal/Hard Rock Album. Nach der Veröffentlichung mischte sich die Band sofort wieder unters Volk und tourte rund um den Globus. Aus "...And Justice for All" wurden mit One und Eye Of The Beholder auch erstmals 2 Singles ausgekoppelt und mit One sogar das erste Musik Video produziert, welches später einen Grammy gewann. Das ist von daher erwähnenswert, da die Band sich zuvor immer geweigert hatte Musik-Videos zu produzieren.


"The Pressure upon you is so unreal"

1991 veröffentlichen Metallica das nach sich selbst benannte Album, Metallica (auch liebevoll "The Black Album" genannt). Mit Bob Rock, der vorher u.a. für Bon Jovi gearbeitet hatte, wurde erstmals ein Top-Produzent engagiert, der Aufgrund seiner frühen Werke und auch späteren Produktionen, immer einen schweren Stand bei den Metallica Fans haben sollte. So war es auch nicht verwunderlich, dass sich das Album deutlich von seinen Vorgängern unterschied. Die Songs sind kürzer ausgefallen, wodurch das Album mehr Abwechslung aufweisen konnte. Von Seiten einiger Fans, wurden die angeblich auf "radiotauglich" getrimmten Songs als "Ausverkauf" der Band angesehen. Auch der Riesenerfolg der Platte tat seinen Teil dazu bei, dass die gesamte Metal Szene auf einmal im Mittelpunkt des Mainstreams stand, was einigen überhaupt nicht schmeckte. Das Album steuerte in den relevanten Charts überall Platz 1 an und verblieb dort für mehrere Wochen. Es wurden dieses mal auch allerhand Singles veröffentlicht und Musik Videos gedreht, was Metallica in den Achtzigern noch strikt abgelehnt hatten. Mit fast 30 Millionen verkauften Exemplaren, ist das Black Album, das bis zum heutigen Tag, erfolgreichste Album der Band.

Metallica gewannen mehrere Preise, unter anderem einen Grammy für das beste Album, mehrere MTV Auszeichnungen und American Music Awards. Lars Ulrich, der bekanntlich sehr redegewand ist, hat sich auf derartigen Award Veranstaltungen immer besonders wohl gefühlt. Unvergessen ist seine Rede bei den Grammy Awards, wo er sich bei MTV und sämtlichen Radiostationen dafür bedankt, das Metallica auch OHNE ihre Hilfe den Durchbruch geschafft haben. Metallica konnten nämlich für sich beanspruchen, ohne viel Airplay bei den Radiostationen eine große Underground Gefolgschaft hinter sich zu vereinen. Ulrichs ironische Art und Weise mit den Medien umzugehen, war immer für einen Lacher gut. Als er 1989 bei einer Award Veranstaltung von einer Reporterin gefragt wurde, wann denn endlich das 2. Album erscheint, antwortete er ironisch: "Ich denke unsere zweites Album wird '84 erscheinen und wahrscheinlich den Titel Ride The Lightning tragen.

Nach den Studioarbeiten zum Black Album haben sich Metallica erstmal wieder auf Tour begeben. Und dieses mal sollte es eine gigantische Tour werden: Zusammen mit Guns N Roses zog man durch die Staaten und war Headliner auf vielen Festivals. Insgesamt waren Metallica über 2 Jahre ununterbrochen auf Tour und haben in der Zeit mehr als 300 Konzerte gespielt. Die Zusammenarbeit mit Guns N Roses und im speziellen mit Axl Rose, von James auch gerne Axl Pose (Poser) genannt, erwies sich allerdings als problematisch. Bei einem gemeinsamen Auftritt in Montreal, gab es Probleme mit den Pyroeffekten. James befand sich an der falschen Stelle und wurde von einer Magnesiumflamme erwischt, die ihm die linke Körperhälfte verbrannte. Er musste natürlich sofort ins Krankenhaus und Metallica's Auftritt wurde abgesagt. Guns N Roses sind nach Metallica aufgetreten und hatten es mit einem aufgebrachten Publikum zu tun. Axl Rose schien das garnicht so zu gefallen und hat sich nach einigen Songs, zur Überraschung seiner eigenen Bandkollegen, kommentarlos von der Bühne verdrückt. Die Fans, um 2 Auftritte gebracht, gingen auf die Barrikaden und begannen damit die Arena auseinander zu nehmen. Es gab mehrere Verletzte und einen erheblichen Sachschaden. Seitdem war keiner mehr gut auf "Axl Pose" zu sprechen. James trug Narben an Arm und Gesicht davon, die er noch heute hat.


"To fall in love with life again"

Fünf Jahre nach dem letzten Release veröffentlichten Metallica 1996 Load, was das bis heute längste Album der Band darstellt. 14 Songs nahmen mit 79 Minuten den vollen Platz einer CD ein. Das Album wurde wieder von Bob Rock produziert, genau wie das 1997 folgende Album ReLoad. Beide Alben wurden im gleichen Zeitraum geschrieben, weshalb man sagen kann, dass sich auf der ReLoad all das befindet, was auf der Load nicht mehr drauf passte. Die Songs waren um einiges blueslastiger als bei den Vorgängern und enthielten mit "Mama Said" und "Low Man`s Lyric" sogar 2 Country Balladen. Metallica selbst sagen, dass sie ihren alten Speed Metal Sound an den Nagel gehängt haben, um sich auf neuen Ebenen weiterzuentwickeln, was viele Anhänger aus den Achtzigern enttäuschte. Besonders Übel aufgestoßen ist der Image Wechsel der Band. Ulrich und Hammett hatten sich für die Aufnahmen zum CD Cover geschminkt und die langen Metalmähnen wurden gestutzt und durch trendige Gelfrisuren ersetzt. Die Entrüstung bei vielen Fans war groß, was den Erfolg der Band, aber nicht stoppen konnte.

Später gestehen Metallica jedoch einige Fehler ein, wollen sich allerdings nicht mehr mit dem Schubladendenken einiger Fans rumplagen und machen das, was sie immer getan haben - ihren eigenen Stil durchsetzen. Die Spaltung im Metal Lager war auf jeden Fall perfekt.


"There's a devil lying by your side"

Nachdem Metallica und im besonderen James Hetfield, auf den Load Scheiben viele persönliche Probleme aus seinem eigenen Leben verarbeitete, wollte man sich nun wieder zu seinen Wurzeln begeben und veröffentlichte 1998 die Garage Inc., welche lediglich aus Coverversionen von Bands bestand, die Metallica in ihrer Jugend beeinflusst haben. Da die Garage Days EPs aus den Achtzigern eigentlich nur noch bei Tauschbörsen erhältlich waren und Metallica über die Jahre viele Covers auf Singles veröffentlicht haben, wollte man diese nun alle zusammenfassen. Zusätzlich wurden noch 11 neue Covers eingespielt.

1999 hat man sich dann auf Bitten von Michael Kamen breitschlagen lassen ein Konzert zusammen mit einem Sinfonie Orchester zu spielen. Dieses Konzert wurde später mit dem Titel "S&M" auf CD und DVD veröffentlicht. Auf die klassischen Interpretationen ihrer Songs, folgte im Mai 2000 die Single I Disappear, die speziell für den Film Mission Impossible 2 geschrieben wurde.


"Just as soon as I belong, then it's time I disappear"

Im Sommer 2000 stellten Metallica unter Beweis, dass es möglich ist, Headliner seiner eigenen Stadion-Tour zu sein, ohne überhaupt irgendeine Platte veröffentlicht zu haben. Metallicas Summer Sanitarium Tour war ein voller Erfolg und lies die Sehnsucht nach einem neuen Album noch größer werden. Diese Hoffnung wurde jedoch schnell getrübt, als sich Anfang 2001 die Gerüchte bestätigten, dass Bassist Jason Newsted die Band verlassen wird. Jason nannte später Differenzen mit seinen Ex-Kollegen als Gründe für seinen Ausstieg. Ausschlaggebend war wohl das Verbot sich in Nebenprojekten zu engagieren. Jeder rechnete sofort mit dem Ende der Band, doch James, Lars und Kirk stellten klar, dass Metallica auf jeden Fall weitermachen werden und schon bald ein neues Album folgen wird. Jason veröffentlichte später mit seiner neuen Band Echobrain eine Platte, bis er dann bei Voivod einstieg

Das neue Metallica Album lies dann allerdings nochmal mehr als 2 Jahre auf sich warten. Nachdem man 2001 schon mal ins Studio gegangen ist, machten sich bei James einige persönliche Probleme breit. Die Arbeiten zum Album, das später mit dem Titel St. Anger erscheinen sollte, mussten unterbrochen werden, da James sich in eine REHA Klinik einweisen lies, um seine Alkoholsucht zu bekämpfen. Die Band war zu dem Zeitpunkt völlig zerstritten, ohne Bassisten und es wurde bereits mit der Auflösung spekuliert. Doch nachdem James Ende 2001 die REHA-Klinik wieder verlies, war er ein komplett neuer Mensch und die Arbeiten zu St. Anger konnten fortgesetzt werden.

Nachdem man sich sein eigenes Studio, das "Headquarter", in San Rafael aufgebaut hatte, machte man es sich gemütlich und verbrachte dort über ein Jahr. Zum einen wurden persönliche Probleme zwischen den Bandmitgliedern aufgearbeitet zum anderen wurde St. Anger fertig gestellt, welches letztendlich im Juni 2003 erschien. Bob Rock durfte im Studio den 4-Saiter bedienen, bis Anfang 2003 Robert Trujillo der Band beitrat. Trujillo hatte seine Semmeln zuvor bei Ozzy Osbourne und Suicidal Tendencies verdient.

Die Arbeiten zu St. Anger wurden von einem Kamerateam und den Produzenten Joe Berlinger und Bruce Sinofski (Paradise Lost) begleitet, welche später den großartigen Film "Some Kind Of Monster" veröffentlichten. (unbedingt angucken!!!)

Ende 2005 erfüllte sich für Metallica ein lang gehegter Traum: zusammen mit den Rockgiganten Rollings Stones trat man an zwei aufeinanderfolgenden Tagen in Metallicas Heimatstadt San Francisco auf. Bei diesen Gigs war sich Metallica trotz über 90 Millionen verkaufter Platten weltweit nicht zu schade, den Platz im Vorprogramm einzunehmen. Lars Ulrich selbst bekannte dazu: "In unserer Karriere hatten wir schon häufiger das Glück mit einigen Bands, mit denen wir aufwuchsen, die wir verehrt und respektierten, eine Bühne zu teilen, wie z.B. AC/DC, Deep Purple, Guns'n'Roses oder Iron Maiden. Die einzige Band, mit der wir niemals gemeinsam auftreten konnten, obwohl wir es uns immer wünschten, waren die Rolling Stones. Die Gelegenheit zu bekommen, im November mit ihnen in unserer Heimatstadt San Francisco zu spielen, ist eine grosse Ehre für uns."

Durch diese Gigs inspiriert nahmen Metallica nach längerer Auszeit endlich die Arbeiten zum Nachfolger von St.Anger in Angriff. Jam-Aufnahmen wurden ausgewertet und neue Riffs, Texte und Melodien hinzugefügt. Um zu den Aufnahmen jedoch wieder richtig in Form zu sein, entschlossen sich Metallica für eine weitere, kurze Tour, genannt "Escape From The Studio '06", die sie nicht nur zu den größten Rockfestivals in Europa, sondern auch zum ersten Auftritt in Afrika führen sollte. Dies war im März 2006 das südafrikanischen "Coca Cola Colab Massive Mix"-Festival, welches, mit Metallica als Headliner, gleichzeitig auch das größte Musikfestival in der Geschichte Südafrikas werden sollte. Entgegen Lars Ulrichs Prognosen, dass Metallica auch in Afrika nicht gestoppt werden könnte, musste die Band mitten im Set zwar wegen eines Stomausfalles eine kleine Zwangspause einlegen, verbuchte aber auch diesen Auftritt als Erfolg. Im Sommer 2006 werden sich Ulrich, Hetfield, Hammet, Trujillo und Entourage noch bei diversen Festivals in Europa, wie dem "Rock Am Ring" in Deutschland oder dem "Nova Rock Fest" in Österreich die Ehre geben, dann jedoch endlich den Aufnahmeprozeß zum insgesamt neunten Studioalbum in 25 Jahren Bandgeschichte in Gang setzen. Wie kurz vor dem Südafrika-Gig spektakulärerweise angekündigt, ist dabei nicht, wie bei allen Veröffentlichungen seit 1991, Stamm-Produzent und Band-Spezi Bob Rock an den Reglern, sondern Star-Soundtüfftler Rick Rubin, der sich zuvor bei Bands, wie Slayer oder den Red Hot Chilli Peppers auszeichnen durfte, und einen unübertroffenen Kultstatus in der Rock- und Metalszene genießt. (by www.metallicamp.de)

Neustes Album:

St. Anger

1. Frantic
2. St. Anger
3. Some Kind Of Monster
4. Dirty Window
5. Invisible Kid
6. My World
7. Shoot Me Again
8. Sweet Amber
9. Unnamed Feeling
10. Purify
11. All Within My Hands


Tourdates:

12. August
Tokyo, JAP - Summer Sonic Festival
13. August
Osaka, JAP - Summer Sonic Festival
15. August
Seoul, KOR
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